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picture alliance/dpa | Peter Kneffel

Vor dramatischer Alpen-Kulisse: Merz und Söder treffen sich in Bayern

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Dunkle Wolken drohen am Horizont und es stürmt, als Söder und Merz in Bayern aufeinandertreffen. Doch die Stimmung soll eine andere gewesen sein, heißt es aus dem Umfeld der beiden. Neustart für die Union?

Erstmals seit der Abstimmung der CDU-Basis haben sich der designierte CDU-Chef Friedrich Merz und CSU-Chef Markus Söder persönlich zu einem Gespräch getroffen. Das Treffen fand am Montagmittag bei starkem Föhnsturm am Kirchsee und im benachbarten Kloster Reutberg unweit von Bad Tölz statt. Heimspiel für Söder vor bayerischen Alpengipfeln in der Ferne. Merz trug bei dem Treffen mit Blick auf die wolkenverhangenen Alpen einen bayerische Trachtenjanker, Söder erschien wie so häufig im dunkelblauen Mantel.

Worüber Söder und Merz im Detail gesprochen haben, war zunächst nicht zu erfahren. Dem Vernehmen nach ging es um die künftige politische Abstimmung der beiden Schwesterparteien. Söder twitterte nach dem Treffen: „Neustart: CDU und CSU schließen sich wieder eng zusammen. Gute und intensive Abstimmung mit Friedrich Merz in Bayern. Wir freuen uns auf erfolgreiche Zusammenarbeit.“ Auch dem Umfeld von Merz ist zu vernehmen, dass das Treffen sehr harmonisch verlaufen sein soll.

Das Verhältnis der beiden Schwesterparteien war im vergangenen Jahr nach einem heftigen Machtkampf um die Kanzlerkandidatur zwischen Söder und Noch-CDU-Chef Armin Laschet zwischenzeitlich alles andere als gut. Viele in der Union sehen in dem schlechten Miteinander der Parteispitzen einen Hauptgrund für die Niederlage der Union bei der Bundestagswahl.

Doch die Zukunft soll anders werden. Mitte Dezember hatte die CDU-Basis in einer Mitgliederbefragung entschieden, dass Merz neuer Parteichef werden soll. Die rund 400.000 Parteimitglieder konnten erstmals in der Geschichte der CDU eine Vorentscheidung über den Vorsitz treffen. Offiziell muss der neue Parteichef von den 1001 Delegierten bei einem digitalen Parteitag am 21./22. Januar gewählt werden. Es gilt als sicher, dass sich die Delegierten an das Votum der Mitglieder halten. Anschließend muss Merz noch per Briefwahl bestätigt werden.

Spannend wird, wie sich das Binnenverhältnis der Union durch einen CDU-Vorsitzenden Merz wandeln wird. In der Vergangenheit hatte gerade die CSU die Rolle der konservativeren Schwesterpartei übernommen, unter Söder jedoch immer weniger. Mit Merz könnte sich dieses Verhältnis nun umkehren, erhoffen sich doch viele seiner Anhänger von ihm eine Kurskorrektur und Rückkehr zum konservativen Markenkern der CDU.