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picture alliance/dpa | Carsten Koall

Um die Quote einzuhalten: Ricarda Lang will Frau für Spiegel-Nachfolge

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Bundesfamilienministerin Anne Spiegel soll nach den Worten von Grünen-Chefin Ricarda Lang eine weibliche Nachfolgerin bekommen. „Es wird eine Frau“, sagte Lang am Dienstag.

Nach dem Rücktritt von Bundesfamilienministerin a. D. Anne Spiegel entfachte bei den Grünen eine scharfe Debatte über ihre Nachfolge. Ursprünglich wurde Anton Hofreiter, der bereits während der Regierungsbildung auf ein Ministeramt drängte und nun Vorsitzender des Europaausschusses im Bundestag ist, hoch gehandelt.

Doch nun machte Parteichefin und eingefleischte Parteilinke klar: Die Quote muss erfüllt werden. Die Besetzung der grünen Kabinettsposten sei bisher paritätisch geblieben. Das solle so bleiben. Drei der fünf grünen Bundesminister waren bislang Frauen.

Spiegel hatte am Montag angekündigt, ihr Amt niederzulegen, nachdem bekanntgeworden war, dass sie nach der Flutkatastrophe im Sommer 2021 in einen vierwöchigen Familienurlaub gefahren war. Damals war sie Umweltministerin in Rheinland-Pfalz.

Grünen-Chef Omid Nouripour sagte, es gebe eine Verpflichtung, zeitnah einen Vorschlag zu machen. Die Familienministerin sei schließlich auch zuständig für die Situation der Frauen und Kinder, die aus der Ukraine nach Deutschland flüchteten. Er hoffe auf eine Entscheidung bis Ostern.

Die Grünen-Spitzenkandidatin für die Landtagswahl in Schleswig-Holstein, Aminata Touré, sagte auf die Frage, ob sie neue Bundesfamilienministerin werden könne: „Ich bleibe in Schleswig-Holstein.“

Als mögliche Nachfolgerinnen werden vor allem die amtierende Bundestagsvizepräsidentin Katrin Göring-Eckardt und die bayerische Landesvorsitzende Katharina Schulze genannt. Beide äußerten sich bisher nicht.