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picture alliance/dpa | Sven Hoppe

Ukraine Konflikt: Deutschland bereitet sich auf Versorgung verletzter Flüchtlinge vor

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Verletzte und Kranke aus der Ukraine - Bundesregierung und Ärzteschaft rechnen mit sehr vielen Betroffenen in Deutschland. Die Vorbereitungen laufen. Erfahrungen mit Corona sollen helfen.

Bundesregierung und Ärzteschaft bereiten sich auf die Versorgung vieler ukrainischer Flüchtlinge mit Kriegsverletzungen und anderem Behandlungsbedarf in Deutschland vor.

Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) kündigte am Freitag eine Verteilung auf die Bundesländer an. Die niedergelassenen Ärzte sicherten umfassende und unbürokratische Versorgung zu.

„Wir müssen hier mit dem Schlimmsten rechnen“, sagte Lauterbach am Donnerstagabend. „Wir müssen mit Verwundeten rechnen, wir müssen mit Versehrten rechnen, wir müssen mit Verletzten rechnen.“ Den Zeitungen der Funke Mediengruppe sagte der Minister: „Zu den Verwundeten des Krieges kommen noch diejenigen, die ihre medizinische Versorgung verlieren.“ Dazu zählten Krebs- oder Dialyse-Patienten. Putins Strategie laufe auf die Zerschlagung auch der medizinischen
Infrastruktur hinaus. „Weil wir mit sehr vielen Fällen rechnen, werden wir die Menschen auf die Bundesländer verteilen. Das wäre sinnvoll nach demselben Kleeblatt-Prinzip, mit dem wir auch Covid-Patienten versorgt haben.“

Die niedergelassenen Mediziner wollen den Geflüchteten mit der gesamten Struktur des kassenärztlichen Systems zur Verfügung stehen. Das sicherten sie in einer Resolution zu. Die Betroffenen würden «mit der gesamten vertragsärztlichen und vertragspsychotherapeutischen Kompetenz» bestmöglich und unbürokratisch versorgt.

Die Resolution wurde von der Vertreterversammlung der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) gefasst. Der Gesetzgeber solle „die notwendigen Rahmenbedingungen“ zum Versicherungsschutz der Geflüchteten schaffen.

Lauterbach sagte, seine Gedanken seien insbesondere bei den vielen Kindern, deren Kindheit mit dem Krieg jäh ende oder die den Verlust von Familienangehörigen erleiden würden. „Wir müssen alles tun, was wir können“, so Lauterbach.

Die Bundesärztekammer und die Deutsche Krankenhausgesellschaft hatten bereits am Mittwoch mitgeteilt, es gehe um eine bundesweite Verteilung von Verletzten und anderen Patientinnen und Patienten.

Man stehe darüber mit der Regierung in Kontakt. Ärztekammer und Krankenhausgesellschaft riefen zu Spenden auf - gebraucht würden Verbandsmaterialien, Medikamente, medizinische und technische Ausrüstung sowie psychologische Unterstützung.