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picture alliance / NurPhoto | Beata Zawrzel

Sturm auf EU-Außengrenze: Migranten versuchen Grenzdurchbruch

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An Polens Grenze zu Belarus haben größere Gruppen von Migranten nach Angaben polnischer Behörden versucht, die Grenze zu durchbrechen. Die Lage ist dramatisch.

Auf einem Video ist zu sehen, wie eine Gruppe von Männern mit Spaten und einem Baumstamm versucht, den Stacheldrahtzaun am polnischen Grenzort Kuznica umzureißen. Ein polnischer Uniformierter geht mit Tränengas gegen die Männer vor.

Zuvor hatte bereits der Grenzschutz berichtet, dass um die Mittagszeit ein Versuch von Migranten vereitelt worden sei, die Grenze zu durchbrechen.

Belarussische und polnische Behörden hatten am Morgen darüber informiert, dass sich eine größere Gruppe von Migranten zu Fuß auf die Grenze zum EU-Nachbarland zubewegt. Polens Regierung berief einen Krisenstab ein und sprach von einer weiteren feindlichen Aktion des Nachbarlandes.

Migration als Waffe

Der belarussische Grenzschutz sprach am späten Nachmittag von 2000 Migranten, die die Grenze zu Polen überqueren wollten. In einem vom Grenzschutz in Minsk veröffentlichten Video rief ein Mann, dass nicht Polen, sondern Deutschland das Ziel der Migranten sei.

Die Menschen wollten auch nicht in Belarus bleiben, teilte die Behörde in Minsk mit. Die belarussischen Behörden warfen den polnischen Sicherheitskräften erneut vor, psychologischen Druck auf die Migranten auszuüben und Tränengas einzusetzen. Dagegen wirft die EU Belarus vor, die Migranten einreisen zu lassen und gezielt Richtung Grenze zu drängen.

Druck auf Deutschland steigt

In der ersten Novemberwoche hat die Bundespolizei an der deutsch-polnischen Grenze 993 unerlaubte Einreisen über Belarus registriert. Im laufenden Jahr seien damit 8833 Personen festgestellt worden, teilte das Präsidium der Bundespolizei in Potsdam mit. Eine Entspannung der Lage zeichne sich derzeit nicht ab. Seit August gebe es einen hohen Druck an der deutsch-polnischen Grenze.

Von Januar bis Juli waren den Angaben zufolge nur 26 unerlaubt eingereiste Menschen mit einem Bezug zu Belarus ermittelt worden, im August waren es dann schon 474. Allein im Oktober stieg die Zahl auf 5285 Personen. Im grenznahen Raum ergreift die Bundespolizei nach eigenen Angaben sogenannte intensivierte Fahndungsmaßnahmen unterhalb der Schwelle von Grenzkontrollen.

rob/dpa