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picture alliance / Peter Kneffel | Peter Kneffel

Stimmen für Kernkraft-Verlängerung werden lauter: „Stilllegung unverantwortlich“

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Aufgrund der explodierenden Energiepreise fordern mehrere Bürgerinitiativen die Klima- und Energiepolitik zu ändern und die Kernkraft in Deutschland zu verlängern. Ein „Kernkraft-Moratorium“ präsentierte dazu am Dienstag Vorschläge.

Aufschub für Stillegung

Die Initiativen „EnergieVernunft“ und „Vernunftkraft“ fordern die Stilllegung der verbleibenden Kernkraftwerke aufzuschieben und erst abzuschalten, wenn der Ausbau der Erneuerbaren Energien und Gaskraftwerke weit genug fortgeschritten ist.

Kernkraftwerke sollen am Netz bleiben

Das Positionspapier warnt davor die aktuelle Politik fortzuführen. „Ein ,Weiter so’ in der Klima- und Energiepolitik Deutschlands wäre ein Irrweg“, heißt es. „Die aktuelle Entwicklung der Gas- und Strompreise ist besorgniserregend und ein Alarmsignal.“
Der frühere Hamburger Umweltsenator Fritz Vahrenholt (SPD) wurde mit den Worten zitiert: „Explodierende Energiepreise und Versorgungsengpässe sind vor allem ein Zeichen des Mangels und vor diesem Hintergrund ist die Stilllegung der letzten sechs Kernkraftwerke in den nächsten 14 Monaten unverantwortlich.“

Wind und Sonne können Kernkraft und Kohle nicht ersetzen

Aktuell sind in Deutschland noch sechs Kernkraftwerke am Netz. Die drei jüngsten Reaktoren sollen spätestens im Jahr 2022 abgeschaltet werden.
Die Initiativen fordern außerdem ein Sofortprogramm zum Bau von Gaskraftwerken. Die Stromsteuer solle abgeschafft und die für 2022 geplante Anhebung der CO2-Bepreisung im Verkehrs- und Wärmebereich ausgesetzt werden. Wind und Sonne können Kernkraft und Kohle nicht ersetzen, heißt es. Auch bei einem Ausbau von Wind- und Sonnenenergie mangele es bis mindestens 2030 an großtechnisch verfügbarer Speichertechnologie. „Mehrtägige Stromlücken“ bei Windflauten und Dunkelheit seien nicht auszugleichen.

rob/dpa