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picture alliance / ASSOCIATED PRESS | Markus Schreiber

CDU-Vorsitz: Röttgen kündigt Kandidatur an

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Die Bewerbungsfrist läuft noch bis zum 17. November - aber jetzt hat sich nach Helge Braun ein zweiter Bewerber für den CDU-Vorsitz aus der Deckung gewagt. Es ist ein Altbekannter.

Der Außenpolitiker Norbert Röttgen will neuer CDU-Vorsitzender werden. Der 56-jährige Bundestagsabgeordnete kündigte am Freitag seine Kandidatur für die Nachfolge von Parteichef Armin Laschet an. Er kandidiere aus der tiefen Überzeugung, dass es kein „Zurück“ gebe, sagte er in der Bundespressekonferenz in Berlin. Es gehe um „eine inhaltlich definierte Erneuerung“ der CDU. „Die christlich demokratische Idee für unsere Zeit muss erarbeitet werden, mit den Mitgliedern, und sie muss in den Wettbewerb mit den anderen Parteien gehen.“

Röttgen präsentiert Notlösung

Röttgen präsentierte für den Fall seiner Wahl die Bundestagsabgeordnete Franziska Hoppermann als künftige CDU-Generalsekretärin. Die Hamburgerin ist Vorsitzende der örtlichen Frauenunion und war vorher als Beamtin tätig. Die Vorstellung Hoppermanns folgte, nachdem die rheinland-pfälzische Landtagsabgeordnete Ellen Demuth nicht erneut an der Seite Röttgens kandidieren wollte. Da keine bekanntere Persönlichkeit der Partei mit Röttgen antreten wollte, kann die Personalie allenfalls als Notlösung bezeichnet werden.

Auch Braun stellt sich heute offiziell vor

Erwartet wird, dass im Laufe des Tages auch der geschäftsführende Kanzleramtschef Helge Braun nominiert wird. Bei einer virtuellen Landesvorstandssitzung der hessischen CDU will der 49-Jährige die Gründe für seine Bewerbung vorstellen, wie ein Sprecher der hessischen CDU angekündigt hat. Die Nominierung durch den Kreisverband Gießen solle ebenfalls noch an diesem Freitag erfolgen. In Berlin sorgte die Entscheidung teilweise für Verwirrung und Erheiterung.

Merz weiterhin klarer Favorit

Erwartet wird ferner, dass auch der frühere Unionsfraktionschef im Bundestag, Friedrich Merz, eine Kandidatur bekanntgeben wird. Er hat sich dazu bislang aber noch nicht genau geäußert. Röttgen und Merz hatten bereits im vergangenen Januar für den CDU-Vorsitz kandidiert, waren damals aber Laschet unterlegen. Röttgen sagte jetzt, er kandidiere in der Einschätzung, diesmal gewählt werden zu können. Merz gilt als Favorit im Rennen um den CDU-Parteivorsitz und genießt hohes Vertrauen bei Mitgliedern aus ganz Deutschland.

Laschet wurde anschließend auch Kanzlerkandidat der Union für die Bundestagswahl. Bei ihr fuhren CDU und CSU im September dann ein historisch schlechtes Ergebnis von 24,1 Prozent ein. Laschet gibt daher den Parteivorsitz nach noch nicht einmal einem Jahr wieder ab. Der frühere NRW-Ministerpräsident ist jetzt nur noch einfacher Abgeordneter im Bundestag.

Gewählt werden soll der neue Vorsitzende der momentan rund 400 000 Mitglieder zählenden CDU bei einem Bundesparteitag am 21. Januar in Hannover. Davor will die CDU erstmals in ihrer Geschichte eine Mitgliederbefragung durchführen. Dort wird faktisch die Entscheidung fallen, wer künftig an der Spitze der Partei stehen wird. Unterlegene Bewerber sollen beim Parteitag nicht antreten.

rob/dpa