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picture alliance / Flashpic | Jens Krick

Melnyk zu schweren Waffen: Eindruck, dass Scholz nicht liefern will

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Der ukrainische Botschafter Andrij Melnyk hat Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) erneut eine zögerliche Haltung bei der Lieferung schwerer Waffen vorgeworfen. «Wir haben den Eindruck, dass der Kanzler nicht liefern will», sagte Melnyk dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND).

Seit drei Monaten tobt der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine. Seitdem sind Tausende Zivilisten von russischen Soldaten ermordet worden. Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) verkündete nach langem zögern, der Ukraine suchschwere Waffen zur Verteidigung ihres Landes zu liefern. Diese sind aber bis heute nicht in der Ukraine angekommen.

Auf die Frage des RND, ob Deutschland auf Zeit spiele, antwortete der ukrainische Botschafter Melnyk: „Es sieht so aus. Man kann den Eindruck gewinnen, dass man abwartet bis es zu einer Waffenruhe kommt. Dann ist der Druck von Deutschland weg und dann brauchen auch keine mutigen Entscheidungen mehr getroffen werden.“

Bislang seien weder Gepard-Panzer, noch Leopard 1 oder Marder geliefert worden, kritisierte der Botschafter. Auch der angekündigte Ringtausch mit T-72-Panzern für die Ukraine aus Slowenien habe bisher nicht geklappt.

Bislang hat die Bundesregierung grünes Licht für 50 ausgemusterte Gepard-Flugabwehrpanzer und sieben Panzerhaubitzen 2000 - schwere Artilleriegeschütze aus den Beständen der Bundeswehr - gegeben. Wann die ersten Haubitzen geliefert werden, ist nicht bekannt.

Zu den Gepard-Panzern hatte Scholz am Montag gesagt, er rechne mit einer „relativ zügigen“ Bereitstellung, obwohl die Ankündigung diese zu liefern bereits vor einem Monat erfolgt ist. Der verteidigungspolitische Sprecher der Unionsfraktion, Florian Hahn (CSU), sagte der „Bild“, man müsse sich fragen, ob die Gepard-Ankündigung „nur ein Bluff war“.

Der Bundesregierung liegen daneben weitere Anträge der Industrie vor, über die noch keine Entscheidung bekannt ist. So hat Rheinmetall angeboten, 88 gebrauchte, aber generalüberholte Kampfpanzer vom Typ Leopard 1 und 100 Marder-Schützenpanzer zu liefern.

Am Mittwoch hatte Berlin aber angekündigt, Tschechien in einem sogenannten Ringtausch 15 Leopard-2-Panzer zur Verfügung zu stellen, um damit Lieferungen schwerer Waffen des NATO-Partners an die Ukraine auszugleichen.

Melnyk kritisierte erneut, dass Scholz seit Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine noch nicht nach Kiew gereist ist. „Dass der Regierungschef eines Staates, der sich als großer Freund der Ukraine bezeichnet, nicht nach Kiew reisen möchte, das stört und irritiert uns schon“, sagte er.

„Allein diese unverständliche Zurückhaltung ist auch ein gewisses Signal, und zwar ein falsches». Scholz hatte am Montag im Fernsehsender RTL deutlich gemacht, er wolle nur nach Kiew reisen, wenn konkrete Dinge zu regeln seien. Er sagte: „Ich werde nicht mich einreihen in eine Gruppe von Leuten, die für ein kurzes Rein und Raus mit einem Fototermin was machen.“ Wen genau er damit meinte, lies er offen. Zuvor waren bereits die Bundestagspräsidentin, die Bundesaußenministerin sowie der Oppositionsführer Friedrich Merz (CDU) und mehrere Ausschussvorsitzende nach Kiew gereist.