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picture alliance/dpa | Carsten Koall

Mehrere Blockaden: Klimaaktivisten schon wieder auf Berliner Stadtautobahn

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Es sind nicht besonders viele Demonstranten, die sich am Freitagmorgen auf die Berliner Autobahn setzen. Aber die Autofahrer bekommen die Aktion im morgendlichen Berufsverkehr deutlich zu spüren.

Einige Dutzend Klimaaktivisten haben am Freitagmorgen an mehreren Stellen kurzzeitig die Berliner Stadtautobahn blockiert. Die Protestaktionen der Kampagne „Essen retten - Leben retten“ spielten sich vor allem im Nordwesten Berlins ab, unter anderem in Charlottenburg an der Seestraße, am Jakob-Kaiser-Platz und am Kaiserdamm. Nach einer Mitteilung der Initiative waren auch Aktionen in Hamburg und Frankfurt geplant.

Die Aktion stoß unter Betroffenen auf großes Unverständnis- Im Netz kursierten Videos von wütenden Autofahrern und Gehupe. Die Verkehrsinformationszentrale (VIZ) twitterte mehrfach von Staus, die teilweise bis zu 40 Minuten dauerten. „Weiterhin ist mit überraschenden Blockaden zu rechnen“, hieß es.

Nach Angaben der Polizei waren die meisten Autobahnabschnitte am frühen Vormittag wieder frei. Zuletzt gab es noch am Kaiserdamm Einschränkungen. Ob die Polizei Demonstranten festnahm, war noch nicht bekannt. Es würden aber Personalien festgestellt, hieß es.

Die Klimaaktivisten, die sich „Letzte Generation“ nennen, sprachen von insgesamt rund 50 Menschen an den verschiedenen Stellen auf der Stadtautobahn. Auf einem Video war zu sehen, wie Lebensmittel auf der Fahrbahn lagen und von Polizisten weggefegt wurden. Es handele sich um Lebensmittel, die von Supermärkten weggeworfen worden seien, teilte die Kampagne mit. Jährlich würden in Deutschland 18 Millionen Tonnen Nahrung entsorgt.

Fotos zeigten, wie Blockierer am frühen Morgen auf den Fahrbahnen saßen. Auf der Autobahn Richtung Seestraße klebten sich nach Angaben der Polizei vier Demonstranten fest. Auch am Jakob-Kaiser-Platz hätten sich zwei Menschen an die Fahrbahn geklebt und zwei weitere angekettet. „Der Verkehr steht massiv“, sagte eine Sprecherin der Gruppe während der Blockade.

Die Aktivisten hatten seit voriger Woche schon mehrfach Straßen und Autobahnen blockiert - zuerst in Berlin, am Montag dann auch in Hamburg und Stuttgart. Sie fordern ein Gesetz gegen Lebensmittelverschwendung und eine sofortige Agrarwende, um Klimagase aus der Landwirtschaft zu mindern.

Am Dienstag unterbrach die Protestgruppe ihre Blockadeaktionen vor dem Hintergrund der Ermordung von zwei Polizisten in Rheinland-Pfalz aus Solidarität mit den Opfern. Nach allem, was bekannt ist, steht die Gewalttat vom Montag in keinem Zusammenhang mit den Straßenblockaden der Klimaaktivisten. Die Polizei in ganz Deutschland erinnerte am Freitag um 10:00 Uhr mit einer Schweigeminute an die Tat.

Eine andere Initiative, die sich als Autobahngegner bezeichnen, wollte am Mittag an der Autobahn Richtung Steglitz auf einer Brücke demonstrieren und sich von dort auch abseilen. Die Aktion mit 100 Teilnehmern auf der Saarstraße über der Autobahn sei angemeldet, sagte ein Polizeisprecher. „Wenn die Demonstranten sich tatsächlich abseilen wollen, werden wir aus Sicherheitsgründen die Autobahn sperren."