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picture alliance/ Reuters | POOL News

Grüne Medien-Phalanx: Der Nimbus bröckelt

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Zum dritten Mal werden die Grünen Teil einer Bundesregierung sein. Seit Schröder hat sich Deutschland verändert, keine Frage. Auch die Grünen haben sich gewandelt; manch einer glaubt, sie seien gereift, gar staatstragend.

Das grüne Hausmedium ÖRR

Journalisten schwärmen in TV-Auftritten in einem Ausmaß für die Grünen, das an Groupies auf Musikkonzerten oder schreiben über sie, dass uns das an die große Liebesgeschichten der deutschen Literatur erinnert. Jana Hensel von der „Zeit“ schrieb schon vor dem grünen Hype 2019 so lustvoll über Habecks löchrige Socken, die sich ihr auf dem Teppichboden eines ICEs präsentierten, dass der Leser das unbehagliche Gefühl bekam, hier würde eine Charlotte von Stein über ihren Goethe schwärmen.

Jedem halbwegs kritischen Kopf ist seit längerer Zeit klar, wie gern die Journalisten über die Grünen und ihre neuesten (vulgo „progressiven“) Ideen berichten. Kommentare der Tagesthemen könnten von Bundesgeschäftsführer Michael Kellner persönlich verfasst worden sein. Sie triefen vor Moral, der erhobene Zeigefinger ist allgegenwärtig. Denn der Mensch ist den Grünen nicht gut genug, er muss stets besser werden. Der „ökologische“ bessere Mensch ist das Ziel.

Die Maske fällt

Die Grünen sind auch Dauergäste in den Talkshows. Ihre Jungpolitiker von der Grünen Jugend oder Fridays for Future dominieren ganze Formate der Öffentlich-Rechtlichen. Andere und größere politische Jugendorganisationen (JU, Jusos, JuLis etc.) erhalten nicht diese Aufmerksamkeit. So können sie ungestört ihre Meinungen an junge Menschen vermitteln. Sie dürfen auch ihren latenten oder manifesten Rassismus gegen die „eklige weiße Mehrheitsgesellschaft“ (Sarah-Lee Heinrich, 2019) verbreiten. Ihnen wird hierbei applaudiert, Moderatoren nicken zustimmend. Bisher schaute ihnen dabei kaum jemand auf die Finger. Zu wohlig war die grüne Filterblase. Zu erfüllend ist es für die Mehrheit der Journalisten, die eigenen Ideen fremden Mündern entspringen zu sehen.

Bisher schaute ihnen dabei kaum jemand auf die Finger. Zu wohlig war die grüne Filterblase, zu erfüllend war es für Journalisten der Öffentlich-Rechtlichen, die eigenen Ideen fremden Münden entspringen zu sehen. Doch das ändert sich. Langsam, ja. Und die Kritik an ihnen wird auch nicht in der Tagesschau ausgestrahlt, jedenfalls noch nicht in einem angemessenen Ausmaß. Aber immer und immer wieder gibt es Skandale, die ans Tageslicht kommen. Mal kleinere, mal größere. Der zeitliche Abstand zwischen den Pannen nimmt ab. Und die Grünen, die für diese Skandale verantwortlich sind?

Kritiker werden als Rechtsextreme diffamiert

Doch das ändert sich. Zwar langsam, aber stetig. Die Kritik an ihnen wird auch nicht in der Tagesschau ausgestrahlt, zumindest noch nicht in einem angemessenen Ausmaß. Aber immer wieder gibt es Skandale, die ans Tageslicht kommen. Mal kleinere und mal größere. Der zeitliche Abstand zwischen den grünen Pannen nimmt ab. Aber was passiert mit den Grünen, die für diese Skandale verantwortlich sind? Bisher werden sie mit allen Mitteln geschützt. Kritiker werden pauschal als Rechtsextreme u.Ä. diffamiert, um den Leser oder die Zuschauer gleich in die richtige Spur zu lenken.

Auch die "taz" hat uns als Team GreenWatch so bezeichnet, da wir es waren, die die Videoclips und Tweets von der neuen Bundessprecherin der Grünen Jugend Sarah-Lee Hinrich schon mit ein bisschen Recherche ausgegraben und publik gemacht haben. Solche Abwehrstrategien mögen bei manchen verfangen, aber die Zahl derer, die davon überzeugt sind, dass hinter jedem aufgedeckten Skandal ein rechtsextremes Netzwerk steckt, nimmt stetig ab. Die Bürger und auch so mancher Realo-Grüner sehen, dass die Fassade bröckelt. Sie verstehen, dass die Grünen eine durchideologisierte Partei sind, die jeden Gesellschaftsbereich kontrollieren will und die die radikalsten Persönlichkeiten in Spitzenpositionen hievt.

Grüne unter dem Schutzschirm der Medien

Diese vielen kritischen Stimmen wurden von der Presse ignoriert, nur von den Solidaritätsbekundungen wurde berichtet. Nicht ungewöhnlich, das steht fest. Und dennoch war es für uns das erste Mal, dass wir sehen konnten, wie die heile Welt der Filterblase zerbrach. Baerbocks Plagiate waren für sie kein Problem, aber hier wurde eine Linie überschritten.

Wir werden in den kommenden Monaten sehr genau beobachten, ob sich diese Entwicklung fortsetzt. Immerhin werden die neuen und alten grünen Abgeordneten nun mit der Realität der Regierungsarbeit konfrontiert. In den 16 Jahren seit dem Ende der Amtszeit von Gerhard Schröder haben viele Grüne vergessen, dass es in unserer Demokratie keine Durchgriffsrechte für Regierungen gibt, dass Kompromisse eingegangen und dass die Wähler und Interessengruppen beschwichtigt werden müssen. Handeln ist schwieriger als ein Konzeptpapier zu schreiben, kluge Sätze in der Talkshow aufzusagen oder ein FFF-Plakat zu malen. Wir werden eine kraftvolle Stimme sein und diesen Prozess der grünen Realitätserfahrung sowie der Begegnung mit den eigenen grünen Unzulänglichkeiten kommentieren. Wir sind uns schon jetzt sicher. Wir werden alle sehr viel Spaß haben.