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picture alliance / ASSOCIATED PRESS | Markus Schreiber

Generation Merkel: Die Sorge vor der Ampel

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Der Regierungswechsel steht kurz bevor. Angela Merkel ist mit dem Großen Zapfenstreich verabschiedet worden. Für meine Generation wird es die erste, bewusst wahrgenommene Regierung ohne sie – ohne Mutti. Ein Wechsel, der in mir Unsicherheit auslöst.

Merkel die Krisenkanzlerin

Angela Merkel hat in ihren 16 Jahren Regierung mehr als nur eine Krise managen müssen. Egal, ob Finanz-, Migrations- oder Corona-Krise - ihre Entscheidungen haben das Land geprägt. Und auch wenn sie die Kanzlerin meiner Partei war, habe ich ihre Entscheidungen nicht blind abgenickt. Ich habe mir meine eigene Meinung gebildet, die mal mehr und mal weniger mit ihren Ansichten übereinstimmte. Häufig weniger.

Und auch wenn Angela Merkel einige ihrer Entscheidungen bis heute in konservativen Teilen der CDU nachhängen, hat sie mir während ihrer Amtszeit immer ein Gefühl von Sicherheit vermittelt. Denn selbst wenn ich nicht immer ihrer Meinung war, wusste ich, Angela Merkel ist die Kanzlerin meiner Partei. Die politische Grundüberzeugung ist die Gleiche. Das in Zusammenspiel mit ihr als Person, die zu jeder Zeit Ruhe und Gelassenheit ausstrahlt, vermittelte mir diese Sicherheit.

Ich bin mit ihr als Kanzlerin aufgewachsen nach dem Motto: Mutti regelt das schon. So ist sie auch immer aufgetreten. Viele Politiker haben in der Öffentlichkeit schon einmal die Fassung verloren. Angela Merkel nie. Und dennoch hat sie die Bevölkerung regelmäßig in ihren Bann gezogen.

Die Ampel bereitet uns Sorgen

Und dann ist da jetzt diese neue Koalition – die Ampel. Und wen wundert es, dass Olaf Scholz die Wahl gewonnen hat. Ausgerechnet der Kandidat, der nicht nur ihr letzter Vizekanzler war, sondern auch der Kandidat, der ihr vom Auftreten am ähnlichsten ist. Wie erwartet ist der neue Kanzler aber seit der Wahl stumm geworden.

Gleichzeitig ist ein links-gelbes Bündnis entstanden, das mir Angst macht. Ein Gefühl von Sicherheit? Fehlanzeige. Wir befinden uns noch in einer Pandemie und die Zahlen steigen und steigen. Keiner weiß mehr, was er darf oder machen sollte, um sich und andere zu schützen, während die Intensivstationen nach und nach volllaufen. Und was macht die Ampel währenddessen? Aus Machtdemonstration jegliche gesetzliche Grundlage der letzten Regierung kippen.

Und der Koalitionsvertrag hat auch die eine oder andere böse Überraschung parat: Steuererhöhungen, ein vermeintlich modernes Staatsangehörigkeitsrecht, Finanzspritzen für linken Aktivismus, unsere Sicherheitskräfte unter Generalverdacht und vieles mehr. Die identitätspolitische Liste der Ampel ist lang.

Ob das alles Vorboten dessen sind, was uns mit dieser Koalition erwartet? Machtdemonstrationen, um nach der Regierungszeit der CDU/CSU ein Zeichen zu setzen ohne klaren inhaltlichen Kompass? So sehr ich mir wünsche, dass den Bürgern in Deutschland durch diese Koalition die Augen geöffnet wird, so sehr habe ich auch Angst, dass die Projekte der Ampel unserem Land nachhaltig schaden.

Angela Merkel wird ihre Hand jetzt auf jeden Fall nicht mehr schützend über unser Land halten. Ich hoffe sehr, die Ampel ist sich ihrer Verantwortung bewusst und der großen Fußstapfen, in die sie da tritt, national als auch global.