277172779.jpg

picture alliance / photothek | Thomas Trutschel

G7-Außenminister: Angriffe im Umfeld von Kernkraftwerken einstellen

Diesen Artikel teilen!

Die Außenminister der G7-Gruppe der führenden demokratischen Wirtschaftsmächte haben Russland aufgefordert, seine Angriffe im unmittelbaren Umfeld der ukrainischen Kernkraftwerke einzustellen.

Die Außenminister der G7-Staaten haben die Kämpfe rund um ukrainische Kernkraftwerke stark verurteilt. „Jeder bewaffnete Angriff und jede Bedrohung gegen zu friedlichen Zwecken genutzte Atomkraftanlagen stellt einen Verstoß gegen die Grundsätze der Charta der Vereinten Nationen, gegen das Völkerrecht und gegen das Statut der (Internationalen Atomenergie-Organisation) IAEO dar“, heißt es in einer am Freitag nach G7-Beratungen in Brüssel veröffentlichten Erklärung.

Der G7-Gruppe gehören neben den USA und Deutschland auch Großbritannien, Frankreich, Italien, Kanada und Japan an. Den Vorsitz führt derzeit Deutschlands Außenministerin Annalena Baerbock (Grüne).

Nach der Einnahme des Kernkraftwerkes nahe der Großstadt Saporischschja durch russische Truppen war in der Nacht zu Freitag auf dem Gelände ein Brand ausgebrochen, laut ukrainischem Innenministerium im Gebäude eines Trainingskomplexes.

Die ukrainische Aufsichtsbehörde, das russische Verteidigungsministerium und später auch die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) versicherten, es sei keine erhöhte Strahlung gemessen worden.

In der G7-Erklärung heißt es weiter, die Verständigung zwischen der Ukraine und Russland zur Schaffung humanitärer Korridore in besonders umkämpften Gebieten sei ein erster wichtiger Schritt. „Dies muss zuverlässig und rasch umgesetzt werden.“

Diejenigen würden zur Rechenschaft gezogen, die auch durch den unterschiedslosen Einsatz von Waffen gegen Zivilpersonen für Kriegsverbrechen verantwortlich seien.

Die G7-Gruppe verpflichte sich zudem zur Ausweitung der humanitären Unterstützung in dem Maße, in dem sich die Not der Bevölkerung wegen der russischen Aggression verschärfe.

Die G7 kündigten weitere strenge Sanktionen an - offen blieb, welche das sein werden. Der russische Präsident Wladimir Putin, seine Regierung und seine Unterstützer sowie das Regime des belarussischen Machthabers Alexander Lukaschenko trügen die volle Verantwortung für die wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Folgen dieser Sanktionen.

Zugleich verurteilen die G7-Minister „den breit angelegten Einsatz von Desinformation durch die russische Regierung und die mit ihr verbundenen Medien“ zur Unterstützung der militärischen Aggression gegen die Ukraine. „Deren stete Folge erfundener Behauptungen bringt zusätzliche Menschenleben in Gefahr.“