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picture alliance/dpa | Michael Kappeler

Duell um Linnemann-Nachfolge: Weiterer Showdown in der Union

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Die beiden CDU-Bundestagsabgeordneten Thomas Jarzombek und Gitta Connemann wollen die Nachfolge von Carsten Linnemann an der Spitze der Mittelstands- und Wirtschaftsunion (MIT) antreten.

Im Wirtschaftsflügel der Union rumort es. Denn die MIT sucht einen Nachfolger für Carsten Linnemann, der die innerparteiliche Interessenvertretung des Unternehmertums seit 2013 erfolgreich geführt hatte. Der beliebte Wirtschaftspolitiker Linnemann hat angekündigt, als stellvertretender CDU-Parteivorsitzender kandidieren zu wollen und die Leitung der neuen Grundsatz-Kommission zu übernehmen, falls Friedrich Merz den Kampf um den Parteivorsitz für sich gewinnt. Merz und Linnemann gelten als politische Partner.

Linnemanns Nachfolge muss nun rasch geregelt werden. Zwei unterschiedliche Kandidaten haben ihren Hut in den Ring geworfen: Gitta Connemann und Thomas Jarzombek. Connemann wurde vom niedersächsischen Landesverband nominiert, aus dem sie stammt. Sie ist zudem stellvertretende Vorsitzende der CDU/CSU-Fraktion im Deutschen Bundestag und dort unter anderem für Landwirtschaft und Ernährung zuständig.

Jarzombek kommt aus NRW und gründete vorher mehrere Unternehmen, die inzwischen jedoch insolvent sind. Jarzombek war Beauftragter des Bundeswirtschaftsministeriums für die Digitale Wirtschaft und Start-ups. Darüber hinaus war er als Koordinator der Bundesregierung für Luft- und Raumfahrt tätig.

Mitglieder fremdeln mit Jarzombek

Viele Mitglieder der MIT fremdeln jedoch mit Jarzombek, da er als zu wenig durchsetzungsfähig und zu linksliberal gilt. Einige fürchten gar eine Art feindliche Übernahme des Verbandes, der sich auch unter Angela Merkel eine gewisse Eigenständigkeit bewahren konnte. Er war im Laufe der Jahre auch immer wieder ein Rückzugsort für Wirtschaftsliberale und Konservative in der Union. Diese Eigenständigkeit möchte man sich auch jetzt bewahren.

Für Jarzombek wird in NRW aber fleißig getrommelt. Von Rhein und Ruhr hört man hinter vorgehaltener Hand, dass der Landesverband den Führungsanspruch ungerne an Niedersachsen geben würde. Auch sehen viele, denen die MIT schon immer ein Dorn im Auge war, ihre Chance die Konservativen an eine kurze Leine zu nehmen.

Das Rennen ist bisher noch offen. Die Wahl findet auf dem digitalen Bundesmittelstandstag am 11. Dezember statt.

rob/dpa