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picture alliance / REUTERS | POOL New

Deutsche Marine in Japan: Gemeinsam für Freiheit der Seewege

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Erstmals seit rund 20 Jahren hat ein deutsches Marineschiff in Japan angelegt. Damit will Deutschland sich für Frieden und Stabilität im Indopazifik einsetzen. Japan und Deutschland planen eine noch intensivere Kooperationen.

Generalinspekteur Eberhard Zorn reiste persönlich nach Tokio, um seinen Willen zur militärischen Zusammenarbeit zwischen Deutschland und Japan zu bekunden: „Ich bin stolz, dass die Bundeswehr mit einer Fregatte gemeinsam mit unseren japanischen Freunden für die Freiheit der Seewege und die Einhaltung des Völkerrechts in dieser Region eintritt“, erklärte Zorn.

Japanischer Verteidigungsminister begrüßt deutsche Fregatte

Japans Verteidigungsminister Nobuo Kishi hieß die Besatzung der Fregatte „Bayern“ im Hafen von Tokio persönlich willkommen. Zum ersten Mal seit 20 Jahren besucht ein deutsches Marineschiff Japan.

Weitere Kooperationen seien geplant, wie zum Beispiel gemeinsame Übungen und Kooperationen von Luftwaffe und Heer. Ferner will man sich mit Japan auch in Bezug auf die Cyber-Bedrohung austauschen, so Zorn.

Insgesamt waren am 2. August 232 Soldaten von Wilhelmshaven aus in den Indopazifik aufgebrochen. Die Fahrt führte über das Horn von Afrika, Australien und Guam nach Tokio. Deutschland wird sich während der insgesamt siebenmonatigen Übungsreise auch an der Überwachung der UN-Sanktionen gegen Nordkorea beteiligen. Auf dem Rückweg wird die Fregatte das südchinesische Meer durchfahren.

Gebietskonflikt im Südchinesischem Meer

Im Südchinesischen Meer gibt es einen Gebietskonflikt zwischen China und anderen Anrainerstaaten. Peking beansprucht 80 Prozent des rohstoffreichen Meeres, durch das wichtige Schifffahrtsstraßen führen.

Auch Vietnam, die Philippinen, Taiwan, Brunei und Malaysia erheben Gebietsansprüche. Der internationale Schiedsgerichtshof in Den Haag wies 2016 die Ansprüche Chinas zurück. Peking ignoriert das Urteil.

Sicherheitspolitisch war aus der Bundesregierung vor der Reise auf das immer dominantere Auftreten Chinas verwiesen worden. Allerdings soll die Fahrt der Fregatte nicht in Konfrontation zu China stattfinden, weshalb die Fregatte auch nicht durch die Straße von Taiwan fahren soll. Ein ursprünglich von der Bundesregierung geplanter Besuch der „Bayern" in China war am Widerspruch aus Peking gescheitert.

rob/dpa