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picture alliance / dpa | Angelika Warmuth

Brokdorf geht vom Netz: Aus für Schleswig-Holsteins letztes Kernkraftwerk

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Schleswig-Holsteins letztes Kernkraftwerk geht endgültig vom Netz. Am Freitag speiste die Anlage in Brokdorf letztmals Strom in das Netz ein.

Das Atomkraftwerk Brokdorf hat am Freitag letztmals Strom ins Netz eingespeist. Gemäß Atomausstieg muss der Reaktor zum Jahresende endgültig vom Netz. Damit geht die Zeit der Atomkraft in Schleswig-Holstein zu Ende. Die Reaktoren Krümmel und Brunsbüttel wurden bereits vor Jahren abgeschaltet.

Früheren Angaben von Kraftwerksleiter Uwe Jorden zufolge sollte die Anlage in Brokdorf in ihrem letzten Betriebsjahr mit 11,5 Milliarden Kilowattstunden (kWh) voraussichtlich einen neuen Rekord bei der Jahresstrommenge erreichen. Der Druckwasserreaktor mit einer Netto-Leistung von 1410 Megawatt ist seit 1986 in Betrieb. Er hat gut 360 Milliarden kWh produziert.

Beharrlich hatten Atomkraftgegner mit Mahnwachen vor den Toren des Kraftwerks seit 1986 „sofort stilllegen“ gefordert - symbolträchtig jeweils am 6. Tag jedes Monats. Das sollte erinnern an den Atombombenabwurf über Hiroshima am 6. August 1945. Mit einer Menschenkette demonstrierten am 24. April 2010 mehrere Tausend Teilnehmer am Elbufer in Brokdorf für den Atomausstieg.

Bereits gegen den Bau hatten immer wieder Menschen demonstriert. Es gab Krawalle mit der Polizei, wie auch bei Protesten von 40.000 im Juni 1986. Das AKW war eines der am wenigsten störanfälligen in Deutschland. Ende 2017 beantragte Betreiber als Konsequenz aus dem Atomausstiegsbeschluss die Stilllegung.

Alle 193 Brennelemente aus dem Reaktorkern aus Brokdorf kommen im Januar in ein Lagerbecken und nach vier Wochen in das Standortzwischenlager. Der Abbau könnte bis 2040 dauern.