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picture alliance / Geisler-Fotopress | Christoph Hardt/Geisler-Fotopres

ÖRR macht SPD-Wahlwerbung: Skandalsender WDR zieht Kritik auf sich

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Am 15. Mai wählt Nordrhein-Westfalen. In Umfragen stehen CDU und SPD Kopf-an-Kopf. Kann Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) sein Amt verteidigen oder wird er von Thomas Kutschaty (SPD) abgelöst? Beim öffentlich-rechtlichen WDR scheinen die Sympathien relativ klar zu sein.

SPD-Kandidat Thomas Kutschaty gab vor wenigen Tagen dem ÖRR-Radiosender „1Live“ ein ausführliches Interview, welches der Sender auch auf Social Media bewarb. Kutschaty kündigt in dem Gespräch unter anderem an, dass der ÖPNV für Schüler kostenlos werden solle. Auch andere Programmpunkte der SPD werden in dem Post zusammengefasst. Das allein ist noch nicht ungewöhnlich.

Äußerst merkwürdig sind allerdings die Antworten auf Kommentare des öffentlich-rechtlichen Senders. Mit dem offiziellen Account des ÖRR-Radiosenders werden auf Instagram positive Kommentare über die SPD mit euphorischem Lob für den Kandidaten beantwortet. Eine Userin lobt die „wirklich gute Perspektive für NRW“. Die Antwort des Senders: „Auf jeden Fall“ mit einem zustimmenden Emoji.

Doch der ÖRR geht noch weiter: Positive Kommentare über die CDU und Hendrik Wüst, werden kurzerhand unsichtbar gelöscht und aus der Kommentarspalte zensiert.

Auch auf Twitter findet ein ähnliches Schauspiel statt. Hier werden ebenfalls kritische Kommentare über den SPD-Kandidaten ausgeblendet. Der Tweet einer Userin, die kommentierte Hendrik Wüst wählen zu wollen, wird ausgeblendet und unsichtbar gemacht.

Mangende Neutralität war wenig später auch WDR-Fernsehprogramm ersichtlich. Die vermeintlich unabhängige Politikwissenschaftlerin Julia Schwanholz von der Universität Duisburg-Essen sollte analysieren, ob die sogenannte „Mallorca-Affäre“ der CDU geschadet hat und wie wahrscheinlich ein Sieg des SPD-Kandidaten in NRW ist.