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picture alliance / Roland Weihrauch/dpa | Roland Weihrauch

Ansturm auf die Tafeln: Das Land blutet aus

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Die Inflation treibt die Preise in die Höhe, immer mehr Menschen bangen um ihre Existenz. Die Tafeln im Land verzeichnen einen Ansturm ungeahnten Ausmaßes. Es wird eng.

Vor dem Hintergrund der sich dramatisch zuspitzenden Energiekrise und der damit verbundenen Kostenexplosion für die Verbraucher, rechnen die Tafeln im Land damit, dass sie in den kommenden Monaten immer mehr Menschen versorgen müssen. Bereits jetzt sind rund eineinhalb Millionen Bürger auf die Lebensmittel- und Sachspenden angewiesen.

Waren vor einigen Jahren vor allem Empfänger von Sozialleistungen auf die Wohltäter angewiesen, so zeigt sich seit ein paar Wochen ein anderes Bild: Immer mehr Berufstätige werden zum Bedarfsfall. Menschen, die einer geregelten Arbeit nachgehen – es trifft jetzt auch die Mitte der Gesellschaft. Die Krise schlägt brutal zu.

Das stellt die Tafeln im Land vor große Herausforderungen, immer mehr stoßen aufgrund der steigenden Zahl von Bedürftigen an ihre Grenzen. Erschreckend ist vor allem der Fakt, dass immer mehr Tafeln sogar einen Aufnahme-Stopp verhängen. Bedürftige können nicht mehr versorgt werden.

Doch die Belastung fällt regional unterschiedlich ins Gewicht. Hier stechen vor allem die Regionen wie das Ruhrgebiet, Bremen und Berlin hervor. Interessanterweise altbekannte Hochburgen der Sozialdemokraten. Und doch reicht da Problem tiefer. Es ist ein strukturelles, auch wenn man das nicht eingestehen möchte.

Zur Wahrheit gehört: Der Wohlfahrtsstaat kommt an seine Grenzen und an eine nachhaltige Reform wagt sich niemand Das ewige Credo der Umverteilung im Namen der Gerechtigkeit bleibt unangetastet. Dazu kommen jetzt multiple Krisen. Es kann also niemanden wundern, dass die Schlangen vor den Tafeln im diesem Land immer länger werden.

Grade deshalb braucht es eine drastische Veränderung im Handeln der Politik. Wenn linke Umverteilungsmechanismen nicht funktionieren, dann braucht es eine bürgerliche Lösung. Und die liegt bereits auf dem Tisch. Die Menschen brauchen generell mehr Netto vom Brutto. Gerade jetzt. Vor allem kleine und mittlere Einkommen müssen entlastet werden. Eine sofortige Anpassung des Einkommenssteuertarifs wäre hier der erste Schritt in die richtige Richtung.

Die Politik muss verstehen, dass die Menschen in diesem Land mündig sind. Sie können selbst am besten mit ihrem Geld umgehen. Es braucht weniger „wuchtige“ Entlastungspakete für die Bevölkerung, wenn den Menschen mehr vom erarbeiten Geld zum Leben gelassen wird. Der Bürger allein trägt die Verantwortung für seine Haushaltskasse. Der Staat hat einzig und allein die Aufgabe genug in diesen Haushaltskassen übrig zu lassen. Nicht nur in Krisenzeiten.

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